erfahren sie, welche anforderungen banken 2026 an die finanzierung von gewerbeimmobilien stellen und wie sie ihre chancen auf eine erfolgreiche finanzierung verbessern können.

Gewerbeimmobilien Finanzierung: Was Banken 2026 verlangen

  • Banken prüfen 2026 bei Gewerbeimmobilien strenger: Cashflows, Mietverträge und Sicherheiten zählen oft mehr als reine Objektwerte.
  • Zinsen bleiben ein dominanter Kostenblock, daher rückt professionelles Zinsmanagement (Fix, variabel, Caps, Swaps) stärker in den Fokus.
  • Viele Kredite aus der Niedrigzinsphase laufen aus; Anschlusslösungen erfordern häufig mehr Eigenkapital, bessere Datenqualität und realistische Businesspläne.
  • Bonität wird granular bewertet: DSCR, ICR, Covenant-Setups und laufendes Reporting werden zur neuen Normalität.
  • ESG und Energieeffizienz wirken direkt auf Konditionen, Beleihungswerte und Capex-Planung, zudem steigen Prüfpflichten bei Modernisierungspfaden.
  • Wenn der klassische Kredit nicht reicht, gewinnen Debt Funds, Mezzanine und strukturierte Lösungen an Bedeutung.

Der deutsche Markt für Gewerbeimmobilien wirkt 2026 wie ein Stresstest für alte Gewissheiten. Einerseits laufen große Volumina an Finanzierungen aus, die noch mit sehr niedrigen Zinsen kalkuliert wurden. Andererseits sind Bewertungen in mehreren Segmenten seit 2022 deutlich unter Druck geraten, besonders dort, wo Flächenkonzepte und Nachfrage kippten. Genau in dieser Spannung entsteht ein neuer Standard: Banken schauen weniger romantisch auf Lagen und mehr nüchtern auf Mietertrag, Leerstandsrisiko und Umbaufähigkeit. Zudem rücken Betriebskosten, Energiekennzahlen und Capex-Budgets in die Kreditentscheidung, weil sie den Cashflow über Jahre prägen. Wer heute eine Investition in Büro, Logistik oder gemischt genutzte Objekte plant, bekommt daher kein „Schema F“ mehr, sondern eine Prüfung wie bei einem mittelständischen Unternehmen. Gleichzeitig öffnen sich neue Finanzierungskanäle, doch sie sind nicht automatisch günstiger. Der entscheidende Hebel liegt in der Vorbereitung: saubere Daten, realistische Szenarien und ein Plan, wie Objekt und Finanzierung zur Marktentwicklung passen.

Refinanzierungsjahr 2026: Warum Banken bei Gewerbeimmobilien-Finanzierung härter selektieren

Bis Ende 2027 stehen in Deutschland Anschlussfinanzierungen für gewerbliche Immobilien in einer Größenordnung von deutlich über 100 Milliarden Euro im Raum. Daher ist 2026 für viele Bestandshalter ein Jahr der Sortierung: Welche Objekte tragen sich selbst, und welche benötigen strukturelle Eingriffe? Genau hier setzen Banken an. Statt auf frühere Spitzenbewertungen zu vertrauen, werden Cashflow-Resilienz und Exit-Fähigkeit stärker gewichtet. Folglich verschiebt sich der Dialog mit dem Kreditkomitee: weniger Storytelling, mehr belastbare Kennzahlen.

Ein wiederkehrendes Muster betrifft Büros. In mehreren Toplagen sind die Werte seit 2022 zweistellig gefallen, während Refinanzierungszinsen im Markt teils im Bereich von fünf bis sechs Prozent liegen. Damit kippen viele Kalkulationen, die 2021 noch mit unter zwei Prozent Fremdkapitalzins tragfähig wirkten. Dennoch sind nicht alle Büroobjekte „Problemfälle“. Entscheidend ist, ob Flächen modern, flexibel teilbar und für neue Nutzungsprofile geeignet sind. Genau deshalb fragen Kreditgeber heute früh nach Repositionierungsplänen, Mietvertragslaufzeiten und Investitionsbudgets.

Um die Logik greifbar zu machen, hilft ein praktisches Beispiel: Eine fiktive Bestandshalterin, die „RheinMain Asset GmbH“, hält ein Bürohaus mit soliden Mietern, jedoch mit hohem Energieverbrauch. Der Kredit läuft aus, die Anschlussfinanzierung soll erfolgen. Die Bank verlangt nun nicht nur aktuelle Mietenlisten, sondern auch Capex-Plan, Leerstandsszenarien und Nachweise, dass die Modernisierung den Cashflow nicht überfordert. Außerdem wird die Bonität der Eigentümerstruktur stärker hinterfragt, etwa durch zusätzliche Garantien oder Cash-Reserven. Am Ende entscheidet weniger die Vergangenheit, sondern die Umsetzungsfähigkeit in den nächsten 24 Monaten.

Damit steigt auch die operative Begleitung. Kreditgeber dürfen keine Immobilien „führen“, jedoch benötigen sie Transparenz, um Risiken früh zu erkennen. Deshalb werden in Restrukturierungen häufiger Rollen wie unabhängige Berater oder Monitoring-Einheiten eingesetzt, die Liquidität, Businessplan und Vermietungsannahmen prüfen. Dieser Trend ist nicht kosmetisch, sondern eine direkte Antwort auf die neue Marktentwicklung. Wer das akzeptiert und professionell bedient, bekommt eher Laufzeitverlängerungen oder flexible Tilgungsprofile. Das ist der Kern der neuen Selektivität.

Welche Unterlagen Banken 2026 typischerweise sehen wollen

Die Dokumentenliste ist länger geworden, jedoch folgt sie einem klaren Prinzip: Alles, was den künftigen Cashflow erklärt, wird zentral. Dazu gehören rollierende Mietübersichten, Indexierungslogiken, Nebenkostenentwicklungen und ein Leerstandsmanagement. Außerdem rücken ESG-Daten in die Mappe, weil Energie- und Modernisierungsanforderungen die Werthaltigkeit der Sicherheiten beeinflussen.

Gleichzeitig werden betriebswirtschaftliche Auswertungen und Jahresabschlüsse auf Kreditnehmerseite genauer gelesen. Viele Banken wollen 2026 verstehen, ob die Eigentümergesellschaft auch bei temporären Mietausfällen stabil bleibt. Deshalb werden Liquiditätsreserven, Ausschüttungspolitik und Konzernverflechtungen sauber aufbereitet. Wer hier proaktiv liefert, verkürzt die Bearbeitungszeit spürbar. Das ist kein Detail, sondern oft der Unterschied zwischen „verhandelbar“ und „abgelehnt“.

Als nächstes rücken Konditionen in den Mittelpunkt: Wie werden Risiko und Preis zusammengebracht, wenn Zinsen und Anforderungen steigen? Genau darauf baut der nächste Abschnitt auf.

Zinsen, Laufzeiten, Tilgung: So kalkulieren Banken die Finanzierung von Gewerbeimmobilien

In der Praxis beginnt jede gewerbliche Finanzierung mit der Frage nach der Zinsstruktur. Fixe Verzinsung liefert Planungssicherheit, jedoch bindet sie an das aktuelle Niveau. Variable Modelle sind flexibler, allerdings schwanken die Kosten. Daher wird Zinsmanagement 2026 häufiger als eigenständiger Baustein verhandelt, statt als „Anhängsel“ des Darlehens. Unternehmen kombinieren zunehmend Tranchen, um Risiken zu glätten.

Banken nutzen dabei ein Instrumentenset, das aus Unternehmensfinanzierungen bekannt ist. Ein klassischer Festzins kann über Festsatzkredite oder Swaps abgebildet werden. Wer dagegen an fallenden Zinsen teilhaben will, setzt eher auf Caps, also Zinsobergrenzen gegen Prämie. Außerdem entstehen Mischformen wie Cap-Swap-Kombinationen, die Korridore definieren. Die Auswahl hängt von Cashflow-Stabilität und Risikoneigung ab, jedoch auch von Covenants und Sicherheitenstruktur.

Strategie im Zinsmanagement Wirkung auf Kosten und Risiko Typische Anwendung bei Gewerbeimmobilien
Variabel ohne Absicherung Volle Abhängigkeit von Zinsbewegungen, daher hohe Unsicherheit Kurzfristige Überbrückung bis Verkauf oder Refinance
Festzins (z. B. Festsatzkredit / Swap) Klare Kalkulationsbasis, jedoch keine Teilhabe an sinkenden Zinsen Core-Bestände mit langen Mietverträgen
Zinscap Deckel nach oben, dennoch Chancen bei Rückgängen Objekte mit stabilen, aber nicht perfekten Cashflows
Flexible Kombination (Cap + Swap) Teilfixierung plus Schutz, jedoch komplexer und kostenintensiver Repositionierungen mit Capex-Phasen und Staffelrisiken

Neben der Zinsfrage wird die Laufzeitpolitik strenger. Banken bevorzugen oft kürzere Bindungen, wenn das Objekt einen Umbaupfad hat oder wenn die Vermietung fragil ist. Gleichzeitig wird Tilgung wieder stärker eingefordert. Viele Darlehen, die früher sehr tilgungsarm strukturiert wurden, bekommen nun höhere laufende Amortisation oder klare Meilensteine. Dadurch sinkt zwar das Risiko für den Kreditgeber, jedoch steigt der Druck auf den freien Cashflow.

Ein konkretes Szenario: Ein Logistikobjekt mit langfristigem Single-Tenant-Vertrag kann 2026 noch relativ bankfreundlich strukturiert werden, weil die Ertragsseite planbar ist. Ein innerstädtisches Büro mit Umnutzungsoption bekommt hingegen eher Tranchen, Tilgungsstufen und strengere Covenants. Außerdem wird häufiger ein „Cash Sweep“ verhandelt, bei dem Überschüsse zur Sondertilgung genutzt werden. Solche Mechaniken wirken technisch, verändern jedoch die Renditelogik erheblich. Wer das früh modelliert, erlebt später weniger Überraschungen.

Eigenkapitalquote, DSCR und Covenant-Design als neue Verhandlungsachse

Viele Kreditinstitute verlangen bei der Finanzierung von Gewerbeobjekten häufig einen Eigenkapitalanteil im Bereich von 20 bis 30 Prozent. Damit soll der Puffer gegen Bewertungsschwankungen wachsen. Allerdings wird die Quote nicht mehr nur pauschal diskutiert. Stattdessen wird gefragt, wie viel Eigenkapital „hart“ ist und wie viel aus nachrangigen Bausteinen kommt. Daher werden Mezzanine und Gesellschafterdarlehen genauer bepreist und im Covenant-Set abgebildet.

Zudem rückt der Debt Service Coverage Ratio (DSCR) in den Vordergrund. Banken wollen sehen, dass der operative Überschuss Zins und Tilgung ausreichend trägt. Das gilt besonders in Phasen, in denen Modernisierungskosten den Cashflow drücken. Deshalb werden Covenants heute häufiger mit „Cure Rights“ kombiniert, etwa durch Nachschussmöglichkeiten oder temporäre Covenant-Reset-Mechaniken. Das hilft, wenn ein Objekt planmäßig umgebaut wird und kurzzeitig schwächer performt. Der nächste Abschnitt zeigt, wie Sicherheiten, ESG und Bewertung zusammenlaufen.

Sicherheiten, Bewertung und Bonität: Was Banken bei Gewerbeimmobilien 2026 konkret messen

Die Zeiten, in denen ein hohes Gutachten den Kredit quasi „durchwinkt“, sind weitgehend vorbei. 2026 werden Sicherheiten zwar weiterhin zentral gestellt, jedoch in einer anderen Logik. Banken prüfen stärker, ob die Sicherheit im Stressfall liquidierbar ist und ob sie in der aktuellen Marktentwicklung realistische Werte abbildet. Daher sind konservativere Beleihungswerte und höhere Risikoabschläge häufiger geworden.

Parallel dazu wird die Bonität der Kreditnehmerseite granularer bewertet. Dazu zählen nicht nur Jahresabschlüsse, sondern auch die Stabilität der Eigentümerstruktur, Track Record, Governance und Zahlungsdisziplin. Außerdem werden Mieterkonzentrationen analysiert: Ein Objekt mit einem dominanten Mieter kann gut oder riskant sein, je nach Branchenlage und Vertragsqualität. Folglich fließen Branchenrisiken der Mieter stärker in die Objektfinanzierung ein, selbst wenn der Eigentümer finanziell solide ist.

Ein weiteres Prüfmodul ist die operative Wandlungsfähigkeit. Kann die Immobilie modernisiert, neu vermietet oder teilweise umgenutzt werden? Dieser Punkt entscheidet zunehmend über die Bankfähigkeit. Ein Büroobjekt mit tiefen Grundrissen und schwacher Haustechnik wird anders behandelt als ein Gebäude, das sich in kleinere Einheiten teilen lässt. Deshalb werden Capex-Listen, Bauzeitenpläne und Vermietungsstrategien wie „Vermietung vor Umbau“ oder „Umbau vor Vermietung“ intensiv hinterfragt. Wer dazu belastbare Angebote und Zeitpläne liefert, senkt das Risikogefühl spürbar.

In komplexen Situationen entstehen außerdem neue Rollen zwischen Kreditgeber und Kreditnehmer. Ein unabhängiger Berater kann Liquidität, Planwerte und Projektfortschritt regelmäßig prüfen. Dadurch erhält die Bank die nötige Transparenz, ohne operative Entscheidungen selbst zu übernehmen. Diese Trennung ist wichtig, weil Haftungsfragen sonst schnell unübersichtlich werden. Gleichzeitig ermöglicht sie pragmatische Lösungen, etwa Teilverkäufe, Nachfinanzierungen oder geordnete Refis. Das wirkt trocken, ist aber oft der Hebel, der Projekte stabilisiert.

ESG, Energieeffizienz und Modernisierungsdruck als Kreditfaktor

Regulatorische und marktgetriebene Nachhaltigkeitsanforderungen wirken 2026 direkt in Kreditprozesse hinein. Wenn Modernisierungspflichten für Nichtwohngebäude bis 2030/2033 im Raum stehen, wird der Investitionsbedarf heute bewertet. Deshalb wollen Banken wissen, ob Capex in der Finanzierung abgebildet ist oder ob später teure Nachfinanzierungen drohen. Außerdem werden Energiekennwerte und CO₂-Kosten zunehmend als Cashflow-Faktoren behandelt, nicht nur als „Image-Thema“.

Ein Beispiel aus der Praxislogik: Ein Handelsobjekt in guter Lage kann stabile Mieten liefern, jedoch hohe Betriebskosten verursachen. Steigen Nebenkosten, erhöht sich die Fluktuation der Mieter, und damit wächst das Leerstandsrisiko. Daher sehen Banken ESG nicht als moralische Kategorie, sondern als Risikomodell. Wer Sanierungsfahrpläne, Mietanpassungsmechanismen und Fördermittel sauber integriert, verbessert die Kreditwürdigkeit. Daraus folgt ein klarer Insight: Nachhaltigkeit ist 2026 oft eine Konditionsfrage.

Wenn klassische Bankkredite dennoch nicht reichen, wird die Kapitalstruktur erweitert. Genau darum geht es im nächsten Teil.

Alternativen zum Bankkredit: Real Estate Debt Funds, Mezzanine und strukturierte Finanzierung

Wenn Banken einen Kredit ablehnen oder nur deutlich kleiner zusagen, beginnt die Suche nach alternativen Kapitalquellen. 2026 haben sich Real Estate Debt Funds als wichtige Ergänzung etabliert, vor allem bei Übergangsfinanzierungen, Repositionierungen oder komplexen Portfoliotransaktionen. Allerdings sind diese Mittel selten günstiger als Bankdarlehen. Ihr Vorteil liegt eher in Geschwindigkeit, Flexibilität und der Bereitschaft, Sonderfälle zu strukturieren.

Ein häufiges Setup ist die Aufteilung in Senior Debt (Bank) und nachrangige Bausteine (Mezzanine oder Whole-Loan-Fund). Dadurch kann der Eigenkapitalbedarf sinken, jedoch steigt die Gesamtzinslast. Deshalb muss die Ertragsseite wirklich tragen. Fonds arbeiten zudem oft mit engeren Reportingpflichten und klaren Exit-Timelines. Wer also mehr Spielraum bei Covenants erwartet, erlebt gelegentlich das Gegenteil: Die Kontrolle ist anders, aber nicht zwingend geringer.

Als roter Faden hilft erneut ein Fallbeispiel: Die „RheinMain Asset GmbH“ möchte ein Bürohaus in ein Mixed-Use-Objekt transformieren. Die Bank finanziert nur den stabilen Bestandsteil, jedoch nicht die Umbauphase in voller Höhe. Ein Debt Fund bietet eine Zwischenfinanzierung für 24 Monate, gekoppelt an Baufortschritt und Vorvermietungsquote. Dadurch wird die Transformation möglich, aber der Zeitplan wird verbindlich. Außerdem wird ein Zinscap empfohlen, um Schwankungen in der Bauphase nicht zum Liquiditätsrisiko werden zu lassen. Solche Strukturen sind 2026 keine Exoten mehr, sondern Teil des Werkzeugkastens.

Welche Optionen 2026 realistisch sind – und wo die Fallstricke liegen

Zu den gängigen Alternativen zählen Whole Loans, Mezzanine-Tranchen, Sale-and-Leaseback, Joint Ventures mit Kapitalpartnern oder auch strukturierte Forward-Deals bei Projektentwicklungen. Dennoch ist jede Variante an Bedingungen geknüpft. Ein Sale-and-Leaseback passt etwa, wenn ein Unternehmen eine Betriebsimmobilie besitzt und Liquidität freisetzen will, jedoch langfristige Nutzungsrechte benötigt. Dafür muss das Geschäftsmodell stabil sein, sonst wird die Miete zum Klotz am Bein.

Zur besseren Orientierung hilft eine kurze, praxisnahe Checkliste. Sie zeigt, welche Fragen vor Gesprächen mit Banken oder Fonds beantwortet sein sollten:

  • Cashflow-Logik: Wie stabil sind Mieten, und welche Indexierungen greifen realistisch?
  • Capex-Plan: Welche Maßnahmen sind zwingend, welche optional, und wann wird das Geld benötigt?
  • Sicherheitenpaket: Welche Grundpfandrechte, Garantien oder Cash-Reserven sind verfügbar?
  • Zinsrisiko: Welche Obergrenze ist tragbar, und welche Absicherung ist wirtschaftlich sinnvoll?
  • Exit-Szenario: Verkauf, Refi oder langfristiges Halten – was ist der primäre Pfad?

Diese Punkte klingen selbstverständlich, doch sie werden in der Praxis oft zu spät sauber dokumentiert. Genau deshalb scheitern Finanzierungen nicht am Objekt, sondern an Lücken im Prozess. Wer dagegen eine belastbare Datenbasis liefert, verhandelt auf Augenhöhe. Und damit rückt das letzte, entscheidende Thema in den Mittelpunkt: Wie wird die Vorbereitung so aufgestellt, dass Banken 2026 „Ja“ sagen können?

Kreditprozess 2026: So steigern Unternehmen die Bankfähigkeit ihrer Gewerbeimmobilien-Investition

Der Kreditprozess ist 2026 weniger linear. Statt „Anfrage – Angebot – Auszahlung“ gibt es meist mehrere Schleifen: Datenraum, Szenarioanalysen, Vorabfeedback aus dem Risk, ESG-Checks und Vertragsverhandlungen. Daher lohnt es sich, den Prozess wie ein Projekt zu managen. Wer Timings, Verantwortlichkeiten und Dokumente früh strukturiert, senkt Reibungskosten. Außerdem wird dadurch intern klar, ob die Investition wirklich zur Risikofähigkeit passt.

Viele Banken erwarten laufendes Reporting schon vor Closing. Dazu gehören monatliche Cashflow-Übersichten, Vermietungsstatus und Capex-Fortschritt, wenn Umbauten geplant sind. Zudem steigt die Bedeutung von Plausibilisierungen: Warum ist die Marktmiete erreichbar, warum ist die Leerstandsannahme nicht zu optimistisch, und wie reagieren Kosten auf Inflations- oder Zinsänderungen? Solche Fragen wirken streng, sind jedoch eine Konsequenz aus den Verwerfungen seit 2022. Wer sie sauber beantwortet, baut Vertrauen auf.

Ein zentraler Hebel ist die Qualität der Mietverträge. Lange Laufzeiten helfen, aber nur, wenn Kündigungsrechte, Optionsstrukturen und Nebenkostenregelungen sauber sind. Außerdem wird die Bonität der Mieter stärker dokumentiert, etwa durch Jahresabschlüsse oder Branchenratings. Gerade bei Spezialimmobilien zählt zusätzlich die Drittverwendungsfähigkeit: Kann ein Objekt im Notfall von anderen Mietern genutzt werden? Folglich profitieren flexible Grundrisse und standardisierte Flächen.

Praktische Vorbereitung: Datenraum, Storyline und Verhandlungstaktik

Ein professioneller Datenraum ist mehr als eine Ablage. Er ist ein Signal, dass das Management die Immobilie „im Griff“ hat. Deshalb werden Dokumente so strukturiert, dass ein Kreditanalyst schnell die Kernfragen beantworten kann: Ertrag, Risiko, Sicherheiten, Maßnahmenplan. Gleichzeitig braucht es eine klare Storyline, die ohne Übertreibung auskommt. Welche Marktthese wird gespielt, und warum ist sie robust gegen die Marktentwicklung?

In der Verhandlung sind zudem Nebenbedingungen entscheidend. Sondertilgungen werden von Banken teils eingeschränkt, weil sie Refinanzierungsrisiken steuern. Wer Flexibilität will, muss sie begründen, etwa mit geplanten Teilverkäufen oder Fördermittelabrufen. Ebenso wichtig ist die Vereinbarung von Informationsrechten: Welche Kennzahlen werden gemeldet, in welcher Frequenz, und was passiert bei Abweichungen? Ein transparentes Setup verhindert Eskalation, weil Überraschungen seltener werden. Daraus folgt als Leitgedanke: Bankfähigkeit entsteht 2026 aus Vorbereitung, nicht aus Hoffnung.

Damit sind die zentralen Stellschrauben gesetzt. Offene Detailfragen lassen sich am besten über konkrete Einzelfälle klären, weshalb die folgenden Antworten typische Praxisfragen bündeln.

Welche Eigenkapitalquote erwarten Banken 2026 bei Gewerbeimmobilien?

Häufig werden rund 20–30 % Eigenkapital als Orientierung angesetzt, jedoch hängt die tatsächliche Quote von Objektqualität, Vermietung, Standort, Nutzung und der Bonität des Kreditnehmers ab. Bei Repositionierungen oder unsicheren Cashflows fordern Banken oft zusätzliche Puffer, etwa über höhere Tilgung oder strengere Covenants.

Wie stark beeinflussen Zinsen die Tragfähigkeit einer Gewerbeimmobilien-Finanzierung?

Zinsen wirken direkt auf den Debt Service und damit auf DSCR und Covenant-Spielräume. Bei höheren Zinsen sinkt die maximal tragfähige Darlehenshöhe, sofern Mieten nicht entsprechend steigen. Deshalb werden 2026 Absicherungen wie Festzins, Caps oder hybride Strukturen häufiger genutzt, um die Planbarkeit zu erhöhen.

Welche Sicherheiten sind bei Banken für Gewerbeimmobilien besonders relevant?

Im Kern zählen Grundpfandrechte am Objekt, Abtretungen von Mietforderungen, Kontoverpfändungen und teils zusätzliche Garantien. Zusätzlich wird die Liquidierbarkeit im Stressfall bewertet, daher spielen Drittverwendungsfähigkeit, Marktliquidität und konservative Beleihungswerte eine große Rolle.

Was tun, wenn der Bankkredit abgelehnt wird?

Dann kommen Alternativen wie Real Estate Debt Funds, Mezzanine, Whole Loans oder Joint-Venture-Strukturen in Betracht. Allerdings sind diese Lösungen oft teurer und verlangen enges Reporting sowie klare Exit-Timelines. Entscheidend ist, Capex-Plan, Cashflow-Szenarien und Sicherheitenpaket so aufzubereiten, dass die Struktur wirtschaftlich tragfähig bleibt.

Welche Rolle spielt ESG/Energieeffizienz in der Kreditentscheidung 2026?

ESG und Energieeffizienz werden zunehmend als Risikofaktoren in Bewertung und Konditionen übersetzt. Banken prüfen Modernisierungspflichten, Capex-Finanzierbarkeit und Betriebskostenwirkungen, weil diese den Cashflow und die Werthaltigkeit der Sicherheiten beeinflussen. Ein belastbarer Sanierungsfahrplan kann daher die Finanzierungschancen und Konditionen verbessern.

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